Zum Probeschlafen ins Schulz Hotel an der East Side Gallery

Der Anruf eines Freundes kam überraschend! Er, mein Freund, sei ja nun seit einiger Zeit für Nizar Rokbani tätig, der nicht nur eine Schule gegründet habe, sondern auch der frühere Gründer der Meininger Hotelkette sei und nun ein neues Hotelkonzept ausprobieren wolle: die Schulz Hotels.

„Ach, und wir sollen da jetzt Probe schlafen?!“, fragte ich halb scherzend, halb hoffend. „Ja!“ Sofort versuchte ich, so viele Schülerinnen und Schüler unseres 9. Jahrgangs für diese Aktion unterzubekommen. Eine 24-stündige Klassenfahrt innerhalb Berlins und alles umsonst – wie genial ist das denn!!?!

So durften die Klassen 9.3 und 9.6 der Wilma-Rudolph-Oberschule gemeinsam mit vier Lehrerinnen Ende August 2018 für eine Nacht in das Schulz Hotel in Friedrichshain einchecken und sich auf ein ganz wunderbares Programm freuen. Weitere 4-5 Sekundarschulen waren mit ihren Schülergruppen vertreten, ebenso schicke Geschäftsmänner und –frauen sowie fleißige Handwerker.

Völlig angetan von der Einrichtung des ganz modernen und noch gänzlich neuen Hotels, der Bibliothek im Eingangsbereich, den schönen dicken Teppichen auf den Fluren mit den mit Klingeln und Namen ausgewiesenen Zimmertüren, bezogen unsere 51 Jugendlichen ihre 3- bis 4-Bett-Zimmer. Um 16 Uhr sprach dann Nizar zu seinen Gästen und erzählte von seiner Idee, Berlin eine weitere kosmopolitische und coole Seite zu geben. Er sprach von seinem eigenen Werdegang – geboren in  Moabit bis hin zum Hotelgründer – und forderte alle auf, sich gegenseitig Respekt zu zollen und den persönlichen Neid zu vergessen.

Daumen hoch, Nizar, Robert und Co.! Respekt!

Vor dem leckeren Abendessen hatten wir Gelegenheit, uns die East Side Gallery, die direkt neben dem Hotel startet, genauer anzusehen. Anschließend schlenderten wir durch Friedrichshain über Kreuzberg und stiegen dort in die U-Bahn ein, um zur Show der Blue Man Group am Potsdamer Platz zu gehen. Was für eine Show! Gut, dass auch Ohrenstöpsel auslagen, denn was die Jungs auf der Bühne machten, war laut, amüsant und begeisternd. Als dann einer unserer Schüler auf die Bühne gebeten wurde, einen Anzug angezogen bekam und kopfüber aufgehängt und zweifach gegen eine Wand geschleudert wurde, um ein schönes Farbkunstwerk zu erstellen, wurden wir als Lehrerinnen doch etwas nervös…

Der eigens für uns wartende Shuttlebus brachte uns dann vollständig und aufrecht wieder ins Hotel, wo die Jugendlichen sofort ihre bzw. andere Zimmer aufsuchten und Party machten. So war das Aufstehen am nächsten Morgen für einige etwas anstrengend, doch das Frühstück tröstete alle über ihre Müdigkeit hinweg. Rucksäcke packen, auschecken und runter zum Bootssteg, zwischendurch noch ein Abschieds-Eis, rauf auf das Schiff, das uns drei Stunden durch Berlins Zentrum fuhr und uns zur letzten Station unserer „Mini-Klassenfahrt“ brachte. Ein bisschen Kultur muss schon sein: Die Ausstellung im Tränenpalast hat die Schülerinnen und Schüler in ihrer morgendlichen Trägheit nicht vom Hocker gerissen, aber vielleicht ein wenig an die deutsch-deutsche Geschichte erinnert.

Alles in allem ein wundervolles, rundes Programm, das sich die Jungs vom Schulz Hotel ausgedacht haben. Wir möchten uns noch einmal ganz herzlich dafür bedanken und betonen, dass wir alle diese unglaubliche Großzügigkeit, Offenheit und Coolness sehr genossen haben.

Kristina Fischer (Jahrgangsleitung 9)

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